23.12.2014 08:20

Verabschiedung der langjährigen Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologie, Dr. Ursula Zippel

„Staffelstab“ bereits übergeben

Die Verabschiedung der langjährigen Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologie, Dr. Ursula Zippel, begann mit einem „Show – Act“ und das nicht von ungefähr. Vor einigen Jahren hatte sie die Idee, einen Klinikumskindergarten zu bauen und warb dafür in der Geschäftsführung. Seit sieben Jahren ist er mit dem Namen „Bärenstark“ fester Bestandteil des Klinikums. „Begonnen haben wir mit vier Kindern, heute sind es 65 und der Bedarf steigt“ wie die Leiterin Haike Gibisch zu berichten weiß. Die große Gruppe des Kindergartens hatte ein tolles Programm mit Geschichten und Liedern für Dr. Zippel einstudiert und zum Schluss gab es für alle Anwesenden noch eine Kostprobe aus der „bärenstarken“ Weihnachtsbäckerei.
 
Geschäftsführer Dr. Lutz Blase stellte der Verabschiedung von Dr. Ursula Zippel ein Zitat vornan: „Es ist besser, auf neuen Wegen zu wandeln anstatt ausgetretenen Pfaden zu folgen.“ Als Oberärztin im ehemaligen Evangelischen Kinderhospital in Altenburg war ihr dies wohl bekannt. Den Übergang in das damalige Kreiskrankenhaus hatte sie maßgeblich  gestaltet. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zog sie im Dezember 1997 in das neue Krankenhaus in Altenburg um. Es war nicht nur ein Orts- sondern auch ein Rollenwechsel. Als Chefärztin trug sie ab sofort die ganze Verantwortung, nicht nur für die Medizin, sondern auch für ihre Mitarbeiter.
Zahlreiche Aufgaben hatte sie zwischenzeitlich übernommen. Herauszuheben dabei ist die Zeit von 2004 bis 2006 als Ärztliche Direktorin des Krankenhauses. In dieser Zeit fand die Fusion mit dem heutigen Klinikbereich Schmölln statt. „Diesen Übergang haben Sie hervorragend gemanagt. Das es heute kaum noch Unterscheidungen zwischen Altenburg und Schmölln gibt und Vorbehalte abgebaut wurden, ist vor allem Ihr Verdienst“ so  Geschäftsführer Dr. Blase.
 
Dr. Ursula Zippel war aber auch Lehrbeauftragte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prüferin der Landesärztekammer Thüringen, Weiterbildungsermächtigte dieser Kammer für die Kinderheilkunde, Qualitätsbeauftragte für Haemotherapie am Klinikum, für ambulante Versorgung ermächtigt und später zugelassene Vertragskinderärztin. Letztere Tätigkeit wird sie auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Klinikum im MVZ weiter ausüben.
Dr. Lutz Schaefer, ehemaliger Chefarzt im Kinderhospital, bescheinigte einmal schriftlich: „...dass sie eine Allround-Pädiaterin ist – heutzutage eine Seltenheit – und dass sie in der Lage ist, eine Klinik selbständig zu führen.... Sie zeichnet sich aus durch Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Kollegialität. Ihre Einsatzfähigkeit ist erfreulich.“
 
Hier musste Dr. Blase noch ergänzen: „Sie zeichnen sich außerdem durch eine ausgesprochene Hartnäckigkeit hinsichtlich der Durchsetzung der Interessen Ihrer jungen Patienten und Ihrer Mitarbeiter aus!“ Dr. Zippel hat in den Jahren die Einschätzung durch Dr. Schaefer bestätigt. Ihre ärztlichen Mitarbeiter erhielten eine exzellente Ausbildung. Viele Kinderärzte und auch einige Allgemeinmediziner sind „durch ihre sanft formenden Hände gegangen“. An ihrem Wirken beweist sich die These, dass man mit Fleiß und Leidenschaft viel erreichen kann. Und wenn noch Herz, Glaube und Glück dazu kommen, so kann man eigentlich fast alles erreichen.
Wenn die chefärztliche Tätigkeit endet wird mehr Zeit bleiben für das umfangreiche außerberufliche Engagement. Neben der Tätigkeit als Stadtratsmitglied liegt der Kinderärztin die Errichtung und Betreibung eines Hospizes in Altenburg besonders am Herzen.
Mit einer Spende dafür und den Wünschen für Gesundheit, Glück und Gottes Segen bedankte sich Dr. Blase im Namen aller bei der Chefärztin.
 
Dr. Ursula Zippel blickte anlässlich ihrer Verabschiedung zurück: „Es war keine leichte Zeit, als wir umzogen ins Kreiskrankenhaus. Wir haben uns Mühe gegeben, uns ein- und anzupassen. Dabei haben wir nie vergessen, dass wir aus einem christlichen Haus kommen und entsprechende Spuren hinterlassen.“ Ihr besonderer Dank galt der Geschäftsführung, den Kollegen, dem Bereich Technik und Dr. Bernhard Blüher.
 
Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Jörg Berrouschot würdigte ihr besonderes Engagement für die Kinderklinik: „Es ist kein Geheimnis, dass der Bestand einer Kinderklinik bei einer Privatisierung des Krankenhauses auf der Kippe gestanden hätte. Diese Frage stellt sich glücklicherweise nicht mehr und das ist ein großer Verdienst der Chefärztin, die in diesen Zeiten ein großes Schutzschild um ihre Klinik errichtet hat.“
 
Auch LMD Dr. Bernhard Blüher, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, war es ein Bedürfnis, das Wort zu ergreifen. Er kennt die Chefärztin schon, seit er Arzt wurde und Dr. Zippel nach Altenburg kam und kann sich gut an den Eingliederungsprozess der Kinderklinik in das Kreiskrankenhaus erinnern. „Die dabei gewonnene Akzeptanz und die engen Verflechtungen in alle Fachdisziplinen sind das Verdienst der Chefärztin“ hebt Dr. Blüher hervor.
 
Zum Ende des Empfangs ergriff Oberärztin Kerstin Ehrentraut, ab 01. Januar 2015 die neue Chefärztin der Kinderklinik, das Wort. „Den Staffelstab habe ich wirklich bekommen“ erzählt sie den Anwesenden und meint, die vielen Jahre der gemeinsamen Arbeit könne man nicht in Worte fassen. Durch die Chefärztin ist Kerstin Ehrentraut zur Fachärztin geworden. An diesem Tag dankte sie ihrer Mentorin von ganzem Herzen für die jahrelange gemeinsame Arbeit. Sie dankte im Namen aller Ärzte, die unter Begleitung Dr. Zippels zu Fachärzten wurden und im Namen aller Kinder, denen sie in dieser Zeit helfen konnten.
Die wirkliche Verabschiedung der Chefärztin aber wird am 01. Januar in der Kinderklinik stattfinden, wenn Dr. Ursula Zippel ihren letzten Dienst, den Bereitschaftsdienst in der Silvesternacht, beendet hat.

 

Christine Helbig

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