17.12.2014 12:30

Ebola, der unsichtbare Feind – Klinikum wappnet sich für den Ernstfall

Wir leben in einer Zeit der Globalisierung. Menschen reisen heute in die entferntesten Länder der Welt.

Aber es kommen auch Menschen aus fernen Regionen nach Europa. Mit diesen territorialen Bewegungen gelangen aber auch neue Krankheiten wie z. B. Ebola zu uns.
Da hat es Sinn, sich, ohne in Panik zu verfallen und mit aller gebotenen Sachlichkeit, Gedanken über ein Was wäre wenn? zu machen.

Das Klinikum Altenburger Land als regionales Krankenhaus sieht sich hier in der Verantwortung.
Und so konstituierte sich ein Mitarbeiterstab um Geschäftsführer Dr. Lutz Blase und Hygienikerin und Ärztin Anagnostina Orfanou und erarbeitete einen präzisen Maßnahmenplan für eine mögliche Patientenaufnahme mit Ebolaverdacht. Dieser soll insbesondere dem Team in der Notfallaufnahme Hilfestellung für das richtige Handeln in einer solchen Situation sein und ihnen Sicherheit geben. Zudem wurde entsprechende Schutzausrüstung zum persönlichen Schutz des Behandlungsteams angeschafft.
Um zu vermeiden, dass ein vielleicht infizierter Patient das Haus betritt und damit eine Ansteckung in den Bereich des Möglichen rückt, wurden aufklärende Aushänge im äußeren Eingangsbereich des Klinikums in Altenburg und Schmölln platziert. Diese sind im Sinne eines knappen Handlungsleitfadens für Patienten zu verstehen. „Denn das Wichtigste ist“, so Christine Seeger, Stellvertretende Leiterin des Pflegedienstes und Mitverantwortliche in der Stabsstelle Hygiene, „dass kein anderer Mensch in Gefahr gebracht wird, weder Patienten noch das Personal.„
Doch ein gut durchdachter Maßnahmenkatalog allein genügt nicht, er muss sich in der Praxis auch umsetzen lassen und bewähren. Deshalb wurde am 15.12.2014 der Ernstfall ohne vorherige Ankündigung in der Notfallaufnahme und in Gegenwart aller Verantwortlichen geprobt. Angefangen von der Ankunft und Lenkung eines vermeintlich Betroffenen über den ersten Kontakt in der Notaufnahme bis hin zum sorgfältigen An- und Ablegen der Schutzkleidung. Dieses komplexe Procedere erfordert vom Pflegepersonal und den verantwortlichen Ärzten ein hohes Maß an Konzentration, Aufmerksamkeit, präziser Kommunikation und Tempo. Erste Priorität hat bei allem der Personalschutz. Deshalb gehören Schutzhandschuhe und Mundschutz zur minimalen Grundausstattung in der Notfallaufnahme.
Während des ersten Kontaktes mit einem Patienten im Eingangsbereich der Notaufnahme werden Fragen gestellt und das zunächst Notwendigste erklärt. Dann erhält der Patient einen Mundschutz und wird durch eine Schleuse in das für diesen Fall eingerichtete Krankenzimmer geleitet. Der diensthabende Internist wird zwischenzeitlich telefonisch von der Aufnahme eines Patienten mit Ebola-Verdacht in Kenntnis gesetzt und legt unverzüglich mit Hilfe einer zweiten Person die Schutzkleidung an. Es folgt ein ärztliches Aufnahmegespräch mit dem Patienten, in dem die bestehenden Symptome und Fieber erfragt werden, aber auch andere Ursachen einer möglichen Ansteckung, wie z. B. eine Reise in ein Gefährdungsgebiet und Kontaktpersonen.
Nach Verlassen des Krankenzimmers wird die Schutzkleidung in der Schleuse abgelegt und in einem ersten Gang desinfiziert. Dabei hilft eine, ebenfalls mit Schutzanzug und Brille ausgestattete, zweite Person. Die kontaminierte Schutzausrüstung gelangt sofort in einen Sondermüllbehälter.

Was dann folgt, ist die unverzügliche Kontaktaufnahme und weitere Verfahrensabstimmung mit dem Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes Altenburger Land. Die Behörde übernimmt auch die weitere organisatorische Absprache für den Transport des Patienten auf eine spezialisierte Isolierstation im Klinikum Sankt Georg in Leipzig. Im Falle der Verlegung einer infizierten Person gelten selbstverständlich ebenso strenge Sicherheitsstandards wie im Klinikum selbst. Über das Vorgehen und zu treffende Entscheidungen wird der Patient selbstverständlich immer informiert.
Ziel der Übung am 15. Dezember war es, den Mitarbeitern, die mit einer solchen Situation in Berührung kommen könnten, mehr Sicherheit zu geben. Und dies betrifft nicht ausschließlich Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch das Reinigungspersonal. Denn jeder Moment zählt, in dem das Richtige getan wird.
In einem waren sich bei der abschließenden Auswertung dieser ersten Ebola-Übung alle einig: Dies wird nicht die letzte gewesen sein. Denn auch wenn man den Ausnahmefall nicht eigentlich proben kann, Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen erlangt man nur durch wiederholtes Üben. Allein theoretische Anleitungen genügen nicht.
Hintergrund
Ebola ist im statistischen Weltvergleich eine eher seltene Krankheit, jedoch deshalb nicht weniger tückisch. Vom ersten Kontakt bis zum erkennbaren Ausbruch einer Ebola-Infektion können 21 Tage vergehen. Ausschlaggebend für eine Ansteckung ist der unmittelbare Körperkontakt von Mensch zu Mensch, entweder mit einem Erkrankten oder einem Verstorbenen, der infiziert war. Übertragungswege  von sind Körperflüssigkeiten wie z. B. Blut, Speichel, Urin. Dass ein Mensch sich mit Ebola angesteckt haben könnte bzw. daran erkrankt ist, kann sich an vielfältigen Symptomen zeigen. So können Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber über 38;5 °C, Erbrechen, Durchfall oder Augenentzündungen auftreten. Mitunter kommt es auch zu Entzündungen des Rachenraumes oder Hautveränderungen. Sobald der begründete Verdacht auf eine Ansteckung besteht, ist in jedem Fall eine unverzügliche Isolierung des Betroffenen angezeigt, um eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.
 

Ilka Schiwek

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